Chronik

In der damals, vor dem 2. Weltkrieg, selbständigen Gemeinde Münchhöf gab es einen Radfahr- und später einen Männergesangsverein, welche allerdings nach Kriegsende nicht weitergeführt wurden.
Bald bemerkte man, dass die musikalische Umrahmung bei den verschiedenen Veranstaltungen der Gemeinde fehlte. Deshalb beschlossen im Jahre 1959 einige gleichgesinnte Männer, einen Fanfarenzug zu gründen.

Ehrenmitglied und Altbürgermeister Paul Zumkeller sowie das Ehrenmitglied und damaliger Narrenpräsident Josef Zoller, der im Jahre 1977 verstorben ist, gingen damals von Haus zu Haus und baten um finanzielle Unterstützung, wodurch die ersten Trommeln und Fanfaren angeschafft wurden.
Zunächst bestand der Verein aus nur 10 Spielern: Fritz Bacher, Ludwig Brecht, Herbert Lehmann, Siegfried Liesner, Franz Reichle, Karl Reichle, Konrad Reichle, Emil Rimmele, Helmut Schikowski und Franz Zoller.
Unter der musikalischen Leitung Ludwig Brechts gewannen die Spieler im Laufe der Zeit immer mehr Freude an ihrem Spiel. Emil Rimmele und Herbert Lehmann leiteten die Geschicke des Vereins.
Es kamen weitere Spieler hinzu. Fritz Bacher übernahm das Amt des Ersten Vorsitzenden, Wilhelm Rampf das Amt des Zweiten. Die Aufgaben des Kassiers erledigt zunächst Herbert Lehmann, später Karl Reichle, während Franz Schroff als Schriftführer tätig war.

1962 wurde das Dirigentenamt von Wolfgang Leidolt (gest.1986) aus Aach übernommen. Unter seiner Leitung nahm der Fanfarenzug an größeren Festumzügen und Veranstaltungen teil und errang erfreuliche Erfolge.

In seiner ersten Zeit trat der Verein noch in einfacher Kleidung – schwarze Hose und weißes Hemd- auf. Doch bald wünschte man sich eine einheitliche Uniform. Zuschüsse der Gemeinde, Zuwendung von Augusta Viktoria Gräfin Douglas und der Erlös aus Theatervorstellungen und Altmaterialsammlungen ermöglichten schließlich die Beschaffung einer historischen Landsknechtuniform in den Farben Gelb und Braun.

Der wohl erste Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Fahnenweihe im Juli 1964. Die Fahne mit dem Mönch in brauner Kutte auf gelbem Grund, also das Wappen unseres Ortes, begleitet seither den Fanfarenzug bei seinen öffentlichen Auftritten. Eine zwischenzeitlich hinzugekommene Pagengruppe hat sich im Laufe der Zeit wieder aufgelöst.

1965 wurde Emil Rimmele zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Im gleichen Jahr wurde unser Verein als erster Fanfarenzug in den Hegau-Musikverband aufgenommen. Im Jahre 1970 feierte der Fanfarenzug sein 10-jähriges Bestehen mit einem Jahr Verspätung, da es 1969 Terminschwierigkeiten gegeben hatte.
Ein weiters großes Ereignis in der Vereingeschichte war 1972 das Bezirksmusikfest des Bezirkes Aachtal, mit dessen Durchführung unser Verein beauftragt war. Noch im selben Jahr erließ der Verein eine neue Satzung und es folgte die Eintragung ins Vereinregister als „Fanfaren- und Spielmannszug Münchhöf e.V.“.
Jahre später wurde der Name auf „ Fanfarenzug Münchhöf e. V.“ geändert.

In eine schwierige Lage kam der Verein, als Ende 1976 Wolfgang Leidolt nach 15-jähriger Tätigkeit den Dirigentenstab unerwartet niederlegte. Bei seiner Verabschiedung wurde er zum Ehrendirigenten ernannt. Vizedirigent Franz Reichle übernahm vorläufig das Amt des Dirigenten.
Aus beruflichen Gründen konnte er dies leider nicht weiterführen und übergab an Helmut Bacher.

Zusammen mit dem Bezirksmusikfest wurde 1979 das 20-jährige Bestehen gefeiert. Ein weiterer Höhepunkt war das 25-jährige Jubiläum, bei dem Emil Rimmele die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg überreicht bekam. Des weiteren erhielten der ehemalige Dirigent Franz Reichle und der langjährige Zweite Vorsitzende Herbert Lehmann für 25-jährige Vereinszugehörigkeit die silberne Ehrennadel und die Ehrenurkunde des Hegau-Musikverbandes. Beide wurden zu Ehrenmitgliedern des Fanfarenzuges ernannt.

Zusammen mit den anderen ortsansässigen Vereinen – Freiwillige Feuerwehr und Narrenverein – veranstaltete der Fanfarenzug 1985 das 1. Homberger Dorffest, das inzwischen weit über unsere Gemeinde hinaus bekannt ist. 1986 gab nach über 20-jähriger Tätigkeit Emil Rimmele das Amt des Ersten Vorsitzenden ab. Er wurde zum Ehrenvorstand und Ehrenmitglied ernannt. Bernhard Stocker wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

Im Jahre 1987 richtete der Fanfarenzug wiederum das Bezirksmusikfest des Bezirkes Aachtal aus.
Inzwischen sind nicht nur musikalische, sondern auch theoretische Kenntnisse notwendig geworden. Deshalb erhielt eine größere Anzahl von Jugendlichen eine Ausbildung, die sie 1988 erfolgreich mit dem bronzenen Leistungsabzeichen abgeschlossen haben. Seither befinden sich regelmäßig Jugendliche des Fanfarenzuges in der Ausbildung bei der Bezirksmusikschule, deren Träger unter anderem auch der Fanfarenzug ist, und beenden die Ausbildung mit dem bronzenen oder silbernen Leistungsabzeichen.
Im Laufe der Zeit wurden immer wieder Instrumentenanschaffungen notwendig. So erhielten 1988 alle Trommler neue Marsch – bzw. Landsknechttrommeln. Noch im gleichem Jahr präsentiert sich der Fanfarenzug in einer völlig neuen Uniform. Alle Spieler wurden neu eingekleidet, wobei die Uniform in den Farben Gelb und Braun weiterhin der Fahne angepasst ist und der Mönch den Überwurf der Uniform ziert.
Nur durch Zuschüsse, eigene Mittel der aktiven Spieler, eine große Anzahl von Spenden, Erlöse aus Altmaterialsammlung und aus sonstigen Aktivitäten konnte diese riesige Anschaffung bewältigt werden.

Ende Mai 1989 wurde der Verein von einem schweren Schicksalsschlag getroffen. Nach über 25-jähriger Mitgliedschaft und 10-jähriger Dirigententätigkeit verstarb unerwartet Helmut Bacher.
Seinem großen unermesslichen Einsatz in musikalischer und kameradschaftlicher Hinsicht, sind die Erfolge und Fortschritte der letzten Jahre zu verdanken.

Joachim Fuchs übernahm daraufhin komissarisch den Dirigentstab.

Das 30-jährige Jubiläum wurde im August 1989 gefeiert.
Erfolgreich nahm der Fanfarenzug 1990 erstmals an einem Wertungsspiel teil und erreichte auf Anhieb einen 1. Rang. Es folgten noch weitere erfolgreiche Teilnahmen an Wertungskritikspielen.

1993 beteiligt sich der Fanfarenzug zusammen mit den anderen ortsansässigen Vereinen und unter der Führung der Musik – und Kulturinitiative Homberg an der Open-Air-Veranstaltung „Rock am Bach“, die später weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt wurde und in zweijährigem Turnus durchgeführt wurde.

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte fand im Herbst 1995 statt, als ein Gemeinschaftskonzept mit dem Musikverein Rorgenwies in der Eigeltinger Krebsbachhalle veranstaltet wurde. Zur Fasnacht 1997 löst ein neues Narrenhemd das Fuhrmannshemd ab. Die Grundfarbe Blau wurde beibehalten, jedoch zieren jetzt verschiedenfarbige „Blätzle“ die Ärmel. Auch die Hüte wurden durch Baretts ersetzt.
Im gleichen Jahr richtete der Fanfarenzug zusammen mit den anderen Homberger Vereinen das 10. Homberger Dorffest aus.

Nach über 12-jähriger Tätigkeit als Erster Vorsitzender und insgesamt über 20-jähriger Mitarbeit in der Vorstandschaft gab Bernhard Stocker 1998 sein Amt an Tanja Schimpeler weiter. Die Feierlichkeiten zum 40. Geburtstag des Fanfarenzugs begann im April 1999 mit einem Gemeinschaftskonzert mit dem Musikverein Raithaslach–Münchhöf in der Krebsbachhalle in Eigeltingen.

Ende 1999 erfolgte nach über 10-jähriger Tätigkeit ein Dirigentenwechsel. Joachim Fuchs gab den Dirigentenstab an Christoph Roth weiter. Doch bereits 2001 konnte Joachim Fuchs für das Amt des Ersten Vorsitzenden wieder gewonnen werden, nachdem Tanja Schimpeler aus beruflichen Gründen das Amt nicht weiterführen konnte.

Im Herbst 2001 gab es erneut eine Änderung, da Dirigent Christoph Roth seine Tätigkeit im Fanfarenzug niederlegte. Seitdem obliegt die musikalische Leitung dem Vize-Dirigenten Bernhard Stocker. So nahmen im Frühjahr 2003 die Bläser beim Konzert des Musikvereines Orsingen musikalisch teil und im Sommer nahm der Fanfarenzug beim Wertungskritikspiel des Landesverbandes der Spielmanns- und Fanfarenzüge in Gaienhofen mit sehr gutem Erfolg teil.

Zu Beginn des Vereinsjahres 2004 erfolgten wieder Änderungen in der Vereinsführung: Nicolai Richter wird neuer Vorsitzender. Auch die musikalische Führung bekommt ein neues Gesicht. Der vorübergehende Dirigent Bernhard Stocker legt den Dirigentenstab nieder. Trotz intensiver Suche konnte kein Nachfolger gefunden werden. So haben nun 3 Aktive Mitglieder sich dazu bereiterklärt, gemeinsam die musikalische Führung zu übernehmen. Kai Fetscher übernimmt die 1. und 2. Stimme und leitet die Musikproben und Auftritte, Marc Schimpeler ist für die 3. Stimme und die Hörner zuständig und Pascal Fetscher führt das Schlagwerk.

Für uns alle unerwartet, verstarb am 20. Februar 2008 im Alter von 76 Jahren unser Ehrenvorstand und Ehrenmitglied Emil Rimmele.

14. Februar 2011. Ein weiterer Schicksalsschlag für den FZ. Unser Ehrenmitglied Karl-Willi Rauch (Charly) wurde mitten aus dem Leben gerissen. Karl-Willi war aktives Mitglied im FZ von 1972 - 1997..